Ein letztes Mal das Bild von 1910. Durch den Stadtplanvergleich konnten wir die Stelle, wo der Fotograf damals stand richtig bestimmen:

Sparrstraße, etwa Höhe Burgsdorfstraße, Blick Richtung Triftstraße, die man aber nicht sehen kann.... Denn steht man heute an der beschriebenen Stelle, so zeigt sich ein ganz anderes Bild als 1910:

Wir sehen das House of Nations (Motiv Nr. 4)! Es steht also praktisch mitten auf dem ehemaligen nördlichen Teil der Sparrstraße!

 

Wir konnten nur vermuten, was die Stadtplaner nach dem Krieg sich dabei dachten, das Hochhaus genau auf eine ehemalige Straße zu bauen. Das ist ja eher ungewöhnlich!

Vielleicht was es eine ganz einfache, pragmatische Entscheidung: Es gab hier einfach genug Platz für ein großes Gebäude. Und man brauchte ganz schnell ganz viele neue Wohnungen und Unterkünfte, denn im Krieg waren ja etwa 500.000 Wohnungen in Berlin zerstört worden.

Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass viele Architekten nach dem Krieg die alte, als eng empfundene, Anordnung von Straßen und Häuserblocks verändern und aufbrechen wollten. Solche Ideen und Forderungen von Architekten gab es schon vor dem Krieg ("mehr Luft, mehr Licht, mehr Sonne"). Teilweise wurden nach 1945, wo es möglich war, diese Ideen verwirklicht: Z.B. im Hansaviertel. Und die Häuser im Hansavierten sehen ja tatsächlich so ähnlich aus, wie das House of Nations...

aber das ist eine andere Geschichte...