Turmstraße

Die Turmstraße ist eine Hauptverkehrsachse im Berliner Ortsteil Moabit des Bezirks Mitte.

Sie führt heute von der Rathenower Straße bis zur Beusselstraße und wird von dort als Huttenstraße weitergeführt. Bei der Anlage der Straße im Jahr 1827 verlief sie noch bis zur heutigen Heidestraße. Auf dem östlichsten Teilstück wurden später Kasernen und militärische Einrichtungen errichtet. Heute befindet sich dort der Fritz-Schloß-Park mit dem Poststadion und dem Stadtbad Tiergarten. Die Straße verfügt auf ihrer gesamten Länge von 1900 Metern über drei Spuren je Richtung, die größtenteils von einem Grünstreifen getrennt sind.

Den Namen erhielt die Turmstraße aufgrund der Tatsache, daß damals bei guter Sicht in beiden Richtungen ein Turm zu sehen war: in westlicher Richtung der Turm der Spandauer Nicolaikirche, in östlicher Richtung der Turm der Berliner Sophienkirche. Letztere war bis zum Bau der Johanniskirche im Jahre 1835 für die Moabiter die zuständige Gemeindekirche.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt sie zum Gedenken an den ermordeten KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann für einige Monate den Namen Ernst-Thälmann-Straße. Angesichts der politischen Veränderungen der Nachkriegszeit im Westteil Berlins wurde die Straße Ende 1945 wieder zurückbenannt.

Als Sitz der wichtigsten Verwaltungen und Geschäfte des ehemaligen Bezirks Tiergarten erlangte die Straße auf Bezirksebene Bedeutung. Neben dem Berliner Kriminalgericht befand sich hier auch das Krankenhaus Moabit - über Jahrzehnte neben der Charité das wichtigste Krankenhaus Berlins. Im ehemaligen Rathaus Tiergarten befinden sich heute Behörden und Verwaltungen des Bezirkamts Mitte. Der zwischen der Turmstraße und Alt-Moabit gelegene Kleine Tiergarten wurde als Stadtteilpark im 19. Jahrhundert angelegt und nach Kriegszerstörungen in den 1960er-Jahren neugestaltet. Unmittelbar westlich des Kleinen Tiergartens befindet sich gegenüber dem Rathaus die Heilandskirche an der Thusnelda-Allee, mit 50 Metern Länge Berlins kürzeste Allee.