Die linke Ecke war eine Ecke, die wie verlassen aussah. Ein runtergelassenes Rollo war jahrelang vor dem Fenster. Auf der rechten Ecke war ein „Konsum“, dort gab es zum Beispiel Teewurst und Toastbrot. Heutzutage ist das die Bar „Keyser Soze“. Auch Christian Morgenstern hat mal eine Zeit lang in diesem Haus gelebt.

Die Auguststraße war früher eine typische Arbeiterwohngegend, heute ist sie mit den zahlreichen Galerien der ultimative Treffpunkt für Künstler und Galeristen. Die Strasse wird heute als Berliner Galerie-wunder bezeichnet.

Im ersten Teil der Auguststraße gibt es sogar noch Plattenbauten, doch dominieren Stück für Stück wieder architektonische Höhepunkte das Straßenbild, die an Preußens Blütezeit erinnern.

Zum Glück gibt es noch Häuser wie z.B. die Auguststraße 10. Das dort ansässige Kunst- und Wohnprojekt Kule e.V. ist ein von den BewohnerInnen in Eigenregie behutsam saniertes Haus. Leitziel der Sanierung war es, alle historischen Spuren einschließlich der Beschädigungen des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Vernachlässigung zu erhalten, um so Geschichte als dynamischen Prozess zu vermitteln.